Kunstwerke als (zukünftige) Archive

  • 21.7.2022 Donnerstag 17 — 19 Uhr
  • 28.7.2022 Donnerstag 17 — 19 Uhr
  • 7.8.2022 Sonntag 12.30 — 14.30 Uhr

Akademie der Künste Pariser Platz 4,

10117 Berlin

Englisch

Mit: Fogha Mc Cornilius Refem und Jeanne-Ange Wagne

 

Die Museumsarchive in Europa spielen eine zentrale Rolle für die koloniale Provenienzforschung. Allerdings sind die sich dort befindlichen Akten, Briefe und Inventarbücher in den meisten Fällen noch kaum oder erst unvollständig digitalisiert, so dass Forschende und Interessierte an eine Sichtung und Nutzung vor Ort gebunden sind. Dies stellt eine Zugangshürde dar. Aber auch Kunstwerke können theoretisch als Archive fungieren. Während dieser Fokus-Tour wollen wir uns daher gemeinsam und ohne den Anspruch wissenschaftlicher Genauigkeit oder Vollständigkeit an ein fast utopisches Gedankenexperiment wagen: In welcher Kapazität können Kunstwerke und Objekte die Museumsarchive in Zukunft als Informationsträger und Erinnerungsspeicher ergänzen oder gar ersetzen?

Fogha Mc Cornilius Refem ist Kameruner, Konfliktforscher, Student, Lernender und ein selbsternannter Drapetomanie-„Patient“, der nicht geheilt werden möchte. Der akademische Nomade mit einem Hintergrund in Soziologie, Internationalen Beziehungen und Sozialer Arbeit wird seine Reise noch in diesem Jahr als Doktorand im Rahmen des Graduiertenkollegs Kosmopolitismus der Universität Potsdam fortsetzen. Er ist ein HIA Senior Fellow des Programms 2021. Zu seinen Forschungsinteressen gehören dekoloniales Denken, subalterne Studien, Black Empowerment und kritische Museumsstudien.

Jeanne-Ange Wagne ist eine kamerunisch-diasporische Kunsthistorikerin und Kreativschaffende, deren theoretische Recherche sowie Praxis der Kunstvermittlung sich an notwendigen Fragen der sozialen Gerechtigkeit, Solidarität und Selbstbestimmung orientieren. Derzeit fasst sie insbesondere die westliche Geschichtsschreibung kritisch ins Auge und setzt sich mit den kolonialen Verstrickungen kultur- und bildungsstiftender Institutionen auseinander.

Fokus-Touren laden zu Erkundungen innerhalb und außerhalb des Ausstellungsraums ein und schärfen unseren Blick, unser Hören und unser Denken anhand ausgewählter Themen. Fokus-Touren sind eine Mischung aus einem öffentlichen Rundgang und einem Workshop. Sie werden kostenfrei angeboten und von der Vermittlung der Berlin Biennale organisiert.

Die Anmeldung erfolgt über mediation@berlinbiennale.de. Die Teilnehmer:innenanzahl ist begrenzt. Die Teilnahme erfolgt nur mit Bestätigungsemail der Vermittlung.